Windpocken
Häufig gestellte Fragen
Wie bekommt mein Kind Windpocken?
- Erreger: Varicella-Zoster-Virus; Erreger verursacht Windpocken (Erstinfektion). In den Nervenenden schlafende Viren können viele Jahre später eine Gürtelrose (Herpes zoster) hervorrufen.
- Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion , auch über weite Strecken ("mit dem Wind"), Niesen, Husten
Woran erkenne ich, dass mein Kind Windpocken hat?
Anzeichen für Windpocken sind:
- Juckender Hautausschlag: Bläschen, die innerhalb weniger Stunden größer werden. Im weiteren Verlauf platzen sie auf, trocknen aus und verkrusten. Windpocken breiten sich über den gesamten Körper aus, oft unter Einbeziehung der Schleimhäute, z. B. im Bereich des Mundes sowie der Genitalien, was besonders bei Mädchen sehr unangenehm sein kann. Der Krankheitsverlauf dauert in der Regel drei bis fünf Tage an.
Ab welchem Alter kann ich mein Kind gegen das Varicella-Zoster-Virus, den Erreger der Windpocken, impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO ) empfiehlt die Impfung gegen Varizellen als Standardimpfung. Für den optimalen Impfschutz werden 2 Dosen Varizellen-Impfstoff gegeben, die erste im Alter von 11 bis 14 Monaten, die zweite Dosis im Alter von 15 bis 23 Monaten. Die Impfung kann zeitgleich mit der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln erfolgen. Zudem sollen nicht-geimpfte, nicht vollständig geimpfte und bisher nicht erkrankte Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag die Impfung nachholen.
Warum sollen auch Kinder und Jugendliche gegen das Varicella-Zoster-Virus geimpft werden?
Kinder und Jugendliche, die noch keine Windpocken hatten, sollten sich impfen lassen, um der Erkrankung und möglichen Komplikationen vorzubeugen. Für einen möglichst optimalen Impfschutz werden zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen empfohlen. Es bietet sich an, ebenso den Impfstatus gegen Maser, Mumps und Röteln zu prüfen, da die MMR-und Varizellen-Impfungen zeitgleich verabreicht werden können. Auch hier sind von der STIKO zwei Impfungen gegen Maser, Mumps und Röteln für eine Immunisierung empfohlen.
Warum wird die Impfung gegen Varizellen empfohlen?
Varizellen sind weltweit verbreitet und hoch ansteckend. Viel zu häufig werden sie als harmlose und mild verlaufende Kinderkrankheit verkannt. Varicella-Zoster-Viren können aber bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu schweren Krankheitsverläufen führen, diese müssen manchmal im Krankenhaus behandelt werden. Durch die Impfung können Sie Ihrem Kind Windpocken und auch die Komplikationen ersparen.
Welche Komplikationen können bei Windpocken vorkommen?
- Infektionen aufgekratzter und aufgeplatzter Bläschen durch Bakterien, diese können eventuell lebensbedrohliche Erkrankungsverläufe nach sich ziehen. Gelangen die Bakterien in die Blutbahn, können auch andere Organe beeinträchtigt werden.
- Lungenentzündung
- Neurologische Komplikationen, wie Hirnhaut- und Gehirnentzündung
Muss ich mit weiteren Konsequenzen für meine Familie rechnen, wenn mein Kind Windpocken hat?
Ihr Kind darf, auch bei einer harmlos verlaufenden Windpockenerkrankung, nicht in den Kindergarten, die Schule oder in eine Kindertagesstätte gehen. Bei berufstätigen Eltern führt dies häufig zu Fehltagen am Arbeitplatz, um die Betreuung des Kindes zu gewährleisten. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr durch das Varicella-Zoster-Virus müssen ungeschützte Haushaltsmitglieder ebenfalls mit einer Windpockenerkrankung rechnen.
Wie verträglich ist die Impfung für mein Kind?
Die Varicellen-Impfung ist allgemein sicher und gut verträglich. Gegebenenfalls können Fieber und einige leichte lokale Reizungen auftreten. Weitere Fragen zu möglichen Nebenwirkungen beantwortet Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker.
Wann sind Windpocken ansteckend?
Ungefähr zwei Tage vor Ausbruch des Hautausschlags bis etwa fünf Tage nach Auftreten der letzten Bläschen.
Windpocken im Überblick:
Erreger: Varicella-Zoster-Virus; Erreger verursacht sowohl Windpocken (Erstinfektion) als auch Gürtelrose (Herpes zoster), die durch in den Nervenendigungen verbleibende Viren verursacht werden kann.
Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion , auch über weite Strecken ("mit dem Wind"), Niesen, Husten
Krankheitsbild: Übelkeit, Fieber, stark juckender Hautausschlag
Komplikationen: Bakterielle Entzündungen der Haut an aufgeplatzten oder aufgekratzten Bläschen, Hirnhautentzündung (Meningitis), Leberentzündung (Hepatitis), Gelenkentzündung (Arthritis), Früh- und Fehlgeburten bei Erkrankung in der Schwangerschaft, Missbildungen des Ungeborenen
Impfschutz: Die Impfung schützt lang anhaltend.
Sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO ) u. a. für folgende Personen empfohlen:
- Zwei Impfungen bei Säuglingen und Kleinkindern vom 11. bis 14. Lebensmonat und vom 15. - 23. Lebensmonat
- Ungeimpfte Jugendliche, die noch nicht an Windpocken erkrankt sind, erhalten ebenfalls zwei Impfungen
- Seronegative* Frauen mit Kinderwunsch
- Seronegatives Personal im Gesundheitsdienst, insbesondere in den Bereichen Pädiatrie, Onkologie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Intensivmedizin und im Bereich der Betreuung von Immundefizienten sowie bei Neueinstellungen in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter.
- Personen, die bisher noch nicht an Windpocken erkrankt oder dagegen geimpft sind, sollten die Impfung nachholen. Alle Altersgruppen benötigen zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen.
(* seronegativ = Person weist keine Antikörper gegen die Erkrankung auf. Antikörper entwickeln sich entweder als Folge einer Erkrankung oder durch eine Impfung.)
Häufig gestellte Fragen zum Thema
Das Robert Koch-Institut in Berlin (RKI) beantwortet häufig gestellte Fragen zu Infektionskrankheiten. Die Internetseiten des Robert Koch-Instituts zum Impfen werden vom Fachgebiet Impfprävention des Robert Koch-Instituts betreut und ständig aktualisiert.
Windpocken (Varizellen) und Windpockenimpfung - Informationen des Deutschen Grünen Kreuzes
