Rotaviren sind hochgradig ansteckende Erreger, die zu Erbrechen und Durchfall führen können. Weltweit stellen Rotaviren die häufigste Ursache für schwere Magen-Darm-Erkrankungen dar. Kinder können eine milder verlaufende Durchfallerkrankung entwickeln, aber auch an schwerwiegenden Symptomen, wie z. B. Erbrechen, Fieber, starken Bauchschmerzen und schnellem Verlust von Körperflüssigkeit, leiden. Die Symptome bestehen in der Regel für vier bis acht Tage.
Es gibt unterschiedliche Rotavirus-Typen (Serotypen), die gleichzeitig auftreten. Die Verbreitung dieser Rotavirus-Typen kann sich von Jahr zu Jahr verändern. Man weiß, dass fünf Rotavirus-Typen für mehr als 90 Prozent der Rotavirus-Erkrankungen in Europa verantwortlich sind.
Rotaviren
Häufig gestellte Fragen
Was sind Rotaviren?

Wer kann sich mit Rotaviren anstecken?
Weltweit verursachen Rotaviren häufiger als jeder andere Erreger Durchfallerkrankungen. Daher sind Rotaviren die häufigste Ursache für Magen-Darm-Erkrankungen auch bei Kindern. In den westlichen Industrieländern erkranken am häufigsten Säuglinge und Kinder im Alter von sechs Monaten bis zu zwei Jahren. Bis zum dritten Lebensjahr steckt sich fast jedes Kind mit Rotaviren an, wobei der Schweregrad der Erkrankung unterschiedlich sein kann. Bei Säuglingen zwischen einem und 12 Monaten werden in der Regel die schwersten Folgen, z. B. Krankenhauseinweisungen, beobachtet.
Wie werden Rotaviren verbreitet?
Rotaviren können sehr leicht übertragen werden. Bereits winzige Virusmengen reichen aus, um ein Kind zu infizieren. Kinder, die die Viren in sich tragen, scheiden diese in hoher Konzentration mit dem Stuhl aus. Die Verbreitung erfolgt dann von Kind zu Kind über verschmutzte Hände oder Gegenstände. Die Rotaviren können aber auch durch verschmutztes Wasser und Lebensmittel übertragen werden. Bei Neugeborenen und Kleinkindern sind Rotaviren die Hauptursache für eine im Krankenhaus erworbene Darm-Infektion.
Wie unterscheiden sich Rotavirus-Erkrankungen von gewöhnlichen Durchfallerkrankungen?
Bei Magen-Darm-Erkrankungen, die durch Rotaviren verursacht werden, halten die Durchfälle zwei bis drei Tage länger an als bei anderen Durchfallerkrankungen. In den meisten Fällen (bis zu 96 Prozent) kommt es auch zu Erbrechen. Die Schwere einer Erkrankung durch Rotaviren ist zwar von Kind zu Kind unterschiedlich, bei einer schweren Rotavirus-Infektion können Kinder, besonders Säuglinge, aber schnell Körperflüssigkeit verlieren und austrocknen. Wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden, kann der schnelle Verlust von Körperflüssigkeit schwere Folgen haben.
Wie werden Rotavirus-Erkrankungen behandelt?
Zurzeit gibt es keine spezifischen Behandlungsmöglichkeiten für Erkrankungen durch Rotaviren. Bisher ist die Flüssigkeitszufuhr (im Besonderen Rehydratationslösungen) die einzige Behandlung der Rotavirus-Erkrankung. Im Falle eines schnellen Verlusts von Körperflüssigkeit muss dieser durch vermehrtes Trinken (zu Hause oder beim Arzt) ausgeglichen werden. In schweren Fällen kann sich bei Säuglingen die Flüssigkeitsaufnahme durch Trinken schwierig gestalten, besonders wenn das Kind an Erbrechen leidet. In solchen Fällen muss möglicherweise im Krankenhaus Flüssigkeit über Infusionen (intravenös) zugeführt werden.
Was sind Rotavirus-Impfstoffe und wofür werden diese angewendet?
Der Rotavirus-Impfstoff ist ein Schluckimpfstoff, der hilft, Säuglinge und Kleinkinder vor Gastroenteritis (Durchfall und Erbrechen), ausgelöst durch eine Infektion mit Rotaviren, zu schützen. Der Impfstoff enthält lebende, abgeschwächte und daher nicht krankmachende Rotavirus-Stämme. Nach Gabe des Impfstoffs bildet das Immunsystem (die natürlichen Abwehrmechanismen des Körpers) Antikörper gegen die geimpften Rotavirus-Typen. Diese Antikörper helfen, vor einer Durchfallerkrankung zu schützen, die durch diese Rotavirus-Typen ausgelöst wird.
Fragen Sie Ihren Kinderarzt nach einer Rotavirus-Schluckimpfung für Ihr Kind.
Eine Liste der Krankenkassen, die die Kosten für die Schluckimpfung gegen Rotaviren übernehmen.
