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Donnerstag, 11. März 2010
 
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Steckbrief Pneumokokken

Pneumokokken

Friedrich K. (67) war skeptisch: „Eine Impfung gegen Pneumokokken – ist das wirklich nötig?“ Gegen den Rat seines Arztes verzichtete er darauf, sich impfen zu lassen. Ein halbes Jahr später erkrankte er an einer schweren Lungenentzündung. Die Auslöser: Pneumokokken. „Mehrere Wochen lang lag ich im Krankenhaus, und war zeitweise so schwach, dass ich mich kaum noch bewegen konnte. Hätte ich mich impfen lassen, wäre mir die Erkrankung möglicherweise erspart geblieben“, so Friedrich K. heute. Eine durchaus begründete Annahme: Aktuellen Studienergebnissen zufolge kann die Impfung bei älteren Menschen fast die Hälfte der durch Pneumokokken verursachten Lungenentzündungen verhindern.  

 

Was sind Pneumokokken?

Pneumokokken sind Bakterien, die u. a. schwere Lungenentzündungen auslösen können. Jeder Zweite trägt die Erreger im Nasen-Rachen-Raum, wo sie normalerweise vom Immunsystem in Schach gehalten werden. Ist dieses geschwächt, können die Pneumokokken zu schweren Erkrankungen führen. Jedes Jahr sterben in Deutschland ca. 12.000 Menschen an den Folgen einer Pneumokokken-Erkrankung.  

 

Was macht Erkrankungen durch Pneumokokken-Bakterien so gefährlich?

Die Bakterien können sich sehr schnell ausbreiten und sogar in den Blutkreislauf gelangen. Dann droht eine lebensgefährliche Blutvergiftung. Bei manchen Menschen verläuft die Erkrankung so schnell, dass selbst die Behandlung mit Antibiotika wie z. B. Penicillin nicht mehr helfen kann. Hinzu kommt das Problem der zunehmenden Antibiotikaresistenz: im europäischen Ausland sind viele der Erreger bereits gegen gängige Antibiotika unempfindlich.  

 

Kann ich eine Pneumokokken-Erkrankung durch Medikamente oder Naturheilmittel vermeiden?

Sie können eine Pneumokokken-Erkrankung lediglich mit Antibiotika behandeln. Die Erkrankung verläuft bei älteren Menschen häufig untypisch und so rasant, dass sich jeder zweite Todesfall innerhalb von 48 Stunden ereignet. Eine Impfung ist die einzige Möglichkeit, vorzubeugen. Zusätzlich können Sie Ihre Abwehrkräfte durch ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung stärken.  

 

Wie erkennt man überhaupt eine Lungenentzündung durch Pneumokokken?

Typischerweise sind Schüttelfrost und plötzliches hohes Fieber über 38 Grad die ersten Anzeichen. Dem zunächst trockenen Husten folgt später eitriger Auswurf. Je nach Ausmaß der Erkrankung kann es zu Atemnot kommen. Treten diese Symptome auf, muss sofort ein Arzt hinzugezogen werden.  

 

Wie kann vorgebeugt werden?

Eine Impfung kann Pneumokokken-Erkrankungen und deren schweren Verlaufsformen und Komplikationen vorbeugen. Deshalb wird sie für gefährdete Menschen von der Ständigen Impfkommission (STIKO ) am Robert Koch-Institut in Berlin empfohlen. Die Kosten dafür tragen die Krankenkassen. Für bestimmte Personengruppen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit empfiehlt die STIKO eine, gegebenenfalls auch mehrere, Wiederholungsimpfungen. Die Impfabstände können individuell variieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Erst- oder Wiederholungsimpfung für Sie sinnvoll ist.  

 

Für wen ist eine Impfung gegen Pneumokokken-Erkrankungen empfohlen?

   1.  Grundsätzlich Menschen über 60 Jahre

   2.  Säuglinge und Kleinkinder

   3.  Menschen ab dem vollendeten 2. Lebensjahr mit Grundkrankheiten wie z. B.

        •  chronischen Krankheiten der Atmungsorgane (z. B. Asthma)

        •  Diabetes mellitus oder anderen Stoffwechselkrankheiten

        •  chronischen Herz-Kreislauf-Krankheiten

        •  chronischen Nierenkrankheiten

   4.  Menschen, die bald eine immunsuppressive Therapie beginnen (z. B. Krebs- oder Rheumapatienten)  

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