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Dienstag, 9. März 2010
 
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Steckbrief Keuchhusten

Immer mehr Erwachsene erkranken an der vermeintlichen Kinderkrankheit Keuchhusten

Obwohl es hochwirksame und gut verträgliche Impfstoffe gibt, tritt Keuchhusten verstärkt bei Erwachsenen auf. Die wenigsten Erwachsenen sind gegen Keuchhusten geimpft. In Deutschland sind die steigenden Erkrankungen im Erwachsenenalter alarmierend. Infizierte Eltern, Großeltern und ältere Geschwister, aber auch infizierte Spielkameraden, z. B. im Kindergarten, können den Keuchhusten auf Säuglinge und Kleinkinder übertragen. Für diese kann die Erkrankung lebensgefährlich werden!

Fakten:

  • mit 500.000 Toten pro Jahr weltweit eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern
  • in Deutschland erkranken inzwischen hauptsächlich Erwachsene
  • an Keuchhusten kann man wiederholt erkranken
  • für Frauen mit Kinderwunsch und allen Kontaktpersonen von Säuglingen übernehmen die Krankenkassen die Kosten
  • auch Erwachsene können sich gegen Keuchhusten impfen lassen

 

Wie erkennt man Keuchhusten?

Keuchhusten ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die in der Regel mehrere Wochen bis Monate dauert und durch quälende Hustenattacken gekennzeichnet ist. Bei Jugendlichen und Erwachsenen tritt oftmals ein Husten auf, der sich unter Umständen über Wochen und Monate ziehen kann. Diese unspezifischen Symptome resultieren häufig in einer falschen Diagnose und damit in eine nicht angemessene Behandlung. Diese nicht oder nicht gezielt Therapierten verbreiten den Keuchhusten in der Zwischenzeit jedoch weiter und stellen insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder in ihrem Umfeld ein Risiko dar.

Ist der Patient durch den Keuchhusten geschwächt, besteht das Risiko, dass er sich zusätzlich mit weiteren Keimen infiziert. Eine solche „Superinfektion“ kann z. B. zu einer Mittelohr- oder einer Lungenentzündung führen. Besonders häufig ist dies bei Säuglingen der Fall.

 

Wer kann sich anstecken?

Bei Kindern ist der Keuchhusten nach wie vor weltweit eine häufige Todesursache. Doch auch Jugendliche und Erwachsene sind vor der Erkrankung nicht sicher. Immer häufiger kommt es zu Keuchhusten-Erkrankungen bei Jugendlichen und Erwachsenen. Denn der im frühen Kindesalter erworbene Impfschutz hält ca. 10 Jahre an. Und auch wer im Kindesalter Keuchhusten hatte, kann sich als Jugendlicher oder Erwachsener erneut infizieren, denn die Immunität nach durchlaufener Infektion beträgt ebenfalls nur etwa 10 Jahre. Deshalb gilt es nicht nur eine Grundimmunisierung gegen Keuchhusten im Kindesalter durchzuführen, sondern den Impfschutz gegen Keuchhusten regelmäßig auffrischen zu lassen.

 

Wie verbreitet sich Keuchhusten?

Der Erreger des Keuchhustens ist das Bakterium Bordetella pertussis. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion , also z. B. durch Niesen, Husten aber auch Küssen. Der Keuchhusten zirkuliert bei Jugendlichen und Erwachsenen, da er häufig nicht erkannt wird. Von dieser Entwicklung, die seit den 1990er Jahren zunimmt, geht eine hohe Gefährdung für Säuglinge und Kleinkinder aus.

 

Vorbeugen und Behandeln

Auch bei Keuchhusten gilt: Vorsorgen ist besser als Behandeln. Impfungen im Säuglingsalter zur Erlangung der Grundimmunität und anschließende regelmäßige Auffrischungsimpfungen, wie von der Ständigen Impfkommission empfohlen, können Schutz vor der Erkrankung bieten. Die Kassen erstatten derzeit die Impfung von Frauen mit Kinderwunsch und von Erwachsenen mit Kontakt zu Säuglingen. Im Freistaat Sachsen kann sich bereits jeder Erwachsene alle 10 Jahre kostenlos gegen Keuchhusten impfen lassen.

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