Impfungen für Erwachsene
Die Auffrischung des Impfschutzes wird mit zunehmendem Alter oft vergessen: Vielen Erwachsenen fehlt zudem eine vollständige Grundimmunisierung gegen Kinderlähmung (Polio).
Am einfachsten ist die Auffrischung mit Kombinationsimpfstoffen: Mit nur einer Spritze kann man beispielsweise Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung und Keuchhusten vorbeugen. Sowohl alle Menschen über 60 Jahre als auch Menschen mit einer chronischen Grunderkrankung wie Diabetes, einem Leber-, Lungen-, Herz- oder Nierenleiden, sollten sich gegen Grippe und Pneumokokken-Erkrankungen impfen lassen. Der Grund: Diese Erkrankungen sind gefährlich für Menschen mit geschwächtem Immunsystem .
Gerade für ältere Menschen sollte Impfen neben den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zur aktiven Gesundheitsvorsorge gehören.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Impfungen sind für Erwachsene wichtig?
1. Die Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sollte nach Empfehlungen der STIKO jeder Erwachsene im Abstand von zehn Jahren auffrischen lassen.
2. Erwachsene, die keine vollständige Grundimmunisierung gegen Polio (Kinderlähmung) erhalten haben (insgesamt vier Impfungen, als Schluckimpfung oder Injektion), sollten die fehlenden Impfungen vervollständigen. Reisen Sie in Länder mit Infektionsrisiko für Kinderlähmung, sollten Sie Ihren Impfschutz auffrischen lassen.
3. Wer als Erwachsener engen Kontakt zu Säuglingen hat oder Nachwuchs plant, sollte zusätzlich seinen Impfschutz gegen Keuchhusten nachholen bzw. auffrischen lassen. Sowohl eine durchgemachte Keuchhustenerkrankung als auch die Impfung immunisieren nur für etwa zehn Jahre.
4. Bei ungeimpften Erwachsenen, die noch keine Windpocken hatten, sollte die Impfung unbedingt nachgeholt werden. Das Risiko eines komplizierten Krankheitsverlaufs steigt mit zunehmendem Alter. Besonders wichtig ist die Impfung für Frauen mit Kinderwunsch ohne bisherige Erkrankung. Windpocken in der Schwangerschaft können schwerwiegende gesundheitliche Folgen für Mutter und Ungeborenes haben. Eine hohe Impfrate in der Bevölkerung dient auch zum Schutz von immungeschwächten Personen, die nicht geimpft werden können. Ihre einzige Möglichkeit der Vorbeugung besteht darin, das Risiko einer Ansteckung so gering wie möglich zu halten. Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger Erkrankungen treten auf und desto weniger kann das Virus an diese abwehrgeschwächten Personen übertragen werden. Deshalb sollten alle Erwerbstätigen im Gesundheitswesen, die insbesondere mit Patienten aus den Bereichen Kinderheilkunde, Frauenheilkunde, Intensivmedizin und mit Krebspatienten in Kontakt kommen, sowie Berufstätige in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter (Kindergarten, Kindertagesstätten), sich gegen Windpocken impfen lassen, sofern sie die Erkrankung noch nicht durchgemacht haben.

Sollen sich auch Erwachsene gegen Kinderkrankheiten impfen lassen?
Ja. Auch Erwachsene können so genannte Kinderkrankheiten bekommen, die teilweise schwerer verlaufen als bei Kindern. Frauen mit Kinderwunsch sollten vor der Schwangerschaft ihren Impfpass kontrollieren und fehlende Impfungen gegebenenfalls nachholen lassen, da einige Infektionskrankheiten, insbesondere Röteln und Windpocken, während der Schwangerschaft schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind haben können.
Gegen die meisten Krankheiten gibt es doch wirksame Medikamente, warum soll ich mich dennoch impfen lassen?
Zur Heilung der meisten Infektionskrankheiten stehen keine geeigneten Medikamente zur Verfügung. Viruserkrankungen wie Hepatitis B oder Masern lassen sich nicht mit Antibiotika behandeln, und viele der Bakterien wie z. B. Pneumokokken zeigen sich zunehmend unempfindlich gegen viele Antibiotika. Gegen Tetanus gibt es nach wie vor kein wirksames Mittel: In Deutschland stirbt jeder vierte Erkrankte daran. Mit einer Impfung beugt man einer Erkrankung mit allen ihren Folgen vor.
Was ist eine Grippe?
Die Grippe ist eine akute Erkrankung der Atemwege, die durch Influenza-Viren verursacht wird. Die Virusgrippe löst, im Gegensatz zur normalen Erkältung, ganz plötzlich hohes Fieber über 39°C und Schüttelfrost aus. Eine Infektion mit Influenza-Viren führt häufig zu einem schweren Krankheitsbild, von dem besonders ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen betroffen sind. Diese Gruppen sollten sich impfen lassen. Zusätzlich ist eine Impfung für medizinisches Personal sowie für Personen empfohlen, die in Einrichtungen mit starkem Publikumsverkehr arbeiten (z. B. Busfahrer oder Erzieherinnen).
Was sind Pneumokokken?
Bei Pneumokokken handelt es sich um weltweit verbreitete Bakterien. In der Altersgruppe der über 50-Jährigen verursachen Pneumokokken häufiger Erkrankungen oder Todesfälle als alle anderen bakteriellen Erreger. Zudem kommen sie sehr häufig vor. Jeder Zweite trägt die Erreger im Nasen-Rachen-Raum, wo sie normalerweise vom Immunsystem in Schach gehalten werden. Ist dieses geschwächt, können Pneumokokken zu schweren Erkrankungen, wie z. B. Lungenentzündung, führen.
Wie kann ich mich gegen Pneumokokken-bedingte Lungenentzündung schützen?
Die einzige Präventionsmaßnahme ist die Pneumokokken-Impfung. Sie kann eine Erkrankung verhindern oder die Schwere des Verlaufs abschwächen und so fast zwei Drittel der mit Pneumokokken verbundenen Todesfälle verhindern. Wenn möglich wird sie zusammen mit einer Grippe-Impfung verabreicht, da sich beide Impfstoffe in ihrer Wirkung verstärken.
Diphtherie, Kinderlähmung und Tetanus kommen doch bei uns kaum bzw. gar nicht mehr vor – warum soll ich diese Impfungen auffrischen?
Auch wenn Diphtherie und Kinderlähmung hierzulande mittlerweile beinahe oder vollständig ausgerottet sind, können sie jederzeit wieder durch Reisende und Migranten eingeschleppt werden. Deshalb ist es wichtig, die Impfraten auch bei uns flächendeckend hoch zu halten. An Wundstarrkrampf (Tetanus) zu erkranken, ist hingegen überall möglich: Die Bakterien umgeben uns in Erde und Staub. Geringfügige Verletzungen, beispielsweise beim Sport oder Gartenarbeit, können bei fehlendem oder unzureichendem Impfschutz zur Erkrankung führen.
Ist die Impfung gegen Keuchhusten auch für Erwachsene sinnvoll?
Ja. Jährlich erkranken etwa 110.000 Erwachsene in Deutschland an Keuchhusten. Die Krankheit verschiebt sich zunehmend vom Säuglings- ins Erwachsenenalter: Vier von fünf Erkrankten sind über 15 Jahre alt. Allerdings verläuft Keuchhusten bei Erwachsenen oft untypisch und wird deshalb vom Arzt nicht oder erst spät erkannt. Die Konsequenz: Betroffene leiden über viele Wochen an der hartnäckigen Erkrankung. Durch die Impfung kann man sich und andere schützen, z. B. Säuglinge, bei denen die Erkrankung lebensgefährlich verlaufen kann. Die Impfung gegen Pertussis ist empfohlen für Frauen mit Kinderwunsch sowie für enge Kontaktpersonen eines Säuglings (Familienmitglieder, Babysitter, Tagesmütter usw.).
Wer soll gegen Windpocken geimpft werden?
Frauen mit Kinderwunsch.
Die vorbeugende Impfung wird Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, die keine schützenden Antikörper gegen Windpocken haben.
Erwerbstätige im Gesundheitswesen
Alle Erwerbstätigen im Gesundheitswesen, sowie Berufstätige in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter (Kindergarten, Kindertagesstätten) sollen sich zum Schutz gefährdeter Risikogruppen, insbesondere von Säuglingen und Kleinkindern, impfen lassen, sofern sie keine Immunität gegen Windpocken besitzen.
Warum ist die Windpocken-Impfung für Frauen mit Kinderwunsch wichtig?
Bei einer Windpocken-Erkrankung in der Schwangerschaft kann das Virus auf das ungeborene Kind übertragen werden. Oft kommt es in der Folge zu schweren Komplikationen für Mutter und Kind. Beim Ungeborenen können sich Hautveränderungen, neurologische Erkrankungen (wie Lähmungen der Gliedmaßen, Krampfanfälle, Fehlentwicklungen des Gehirns), Augenschäden oder Störungen im Knochenbau entwickeln. Jedes fünfte Neugeborene mit Windpocken stirbt nach der Geburt. Zudem kann eine Windpocken-bedingte Lungenentzündung für die werdende Mutter lebensbedrohlich sein. Um die Erkrankung und ihre Folgen zu verhindern, sollen sich Frauen im gebärfähigen Alter, insbesondere Frauen mit Kinderwunsch, deshalb vor einer geplanten Schwangerschaft impfen lassen.