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Saturday, 27. December 2014
 
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Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen

Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen impfenaktuell.de

Jeder sollte auf seine persönliche Gesundheit achten. Dazu ist es jedoch wichtig, umfassend informiert zu sein – etwa über humane Papillomviren (kurz „HPV“) und wie man sich vor ihnen schützen kann.

 

Denn bestimmte HP-Viren können z. B. bei Frauen über Zellveränderungen und Krebsvorstufen Gebärmutterhalskrebs auslösen. Einige HPV-Typen können auch Genitalwarzen hervorrufen.

Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen – was ist das?

Es gibt über 100 verschiedene Typen des humanen Papillomvirus (HPV). Sie werden in Hochrisiko- und Niedrigrisikotypen unterschieden. Hochrisikotypen können beispielsweise bei Frauen Gebärmutterhalskrebs oder bei beiden Geschlechtern Analkrebs auslösen. Niedrigrisikotypen können z. B. Genitalwarzen verursachen. In der Mehrzahl der Fälle wird das körpereigene Immunsystem das Virus bekämpfen. Etwa 30 bis 40 verschiedene HPV-Typen können Erkrankungen im Genitalbereich hervorrufen. Unter all diesen Typen sind vier für die häufigsten Erkrankungen im Genitalbereich verantwortlich.

Der Gebärmutterhals: Anatomie und Bedeutung

Der Gebärmutterhals bildet das untere Drittel der Gebärmutter und verbindet diese mit der Scheide (siehe Abbildung unten). Die Schleimhaut des Gebärmutterhalses ist besonders anfällig für Infektionen – unter anderem mit HPV.
Der Gebärmutterhals hat vor allem während einer Schwangerschaft eine wichtige Funktion: Er ist bis kurz vor der Geburt des Kindes fest verschlossen und hält das Kind in der Gebärmutter; gleichzeitig schützt der fest verschlossene Gebärmutterhals das ungeborene Kind auch vor Infektionen.

Operative Eingriffe am Gebärmutterhals, wie sie bei der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs oder dessen Vorstufen oft nötig sind, können die natürliche Funktion des Gebärmutterhalses einschränken – die Folge: Für Betroffene erhöht sich z. B. das Risiko einer Frühgeburt bei Schwangerschaften.

Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen

Gebärmutterhalskrebs kann nur entstehen, wenn sich eine Frau mit bestimmten humanen Papillomviren (HPV) infiziert hat. Zum Glück führt umgekehrt nicht jede Infektion mit HPV auch zu einer Krebserkrankung.
Das menschliche Immunsystem macht die HP-Viren in den meisten Fällen unschädlich. Bleibt die Infektion von Zellen des Gebärmutterhalses mit HPV aber dauerhaft (und das heißt über Jahre hinweg) bestehen, dann können sich diese Zellen krankhaft verändern. Wenn es das menschliche Immunsystem auch in diesem Stadium nicht schafft, die Viren unschädlich zu machen, können sich Krebsvorstufen bilden. Aus diesen Vorstufen (Präkanzerosen) kann sich schließlich Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Dabei werden in Europa rund 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs durch bestimmte HPV-Typen (Typ 16 und 18) verursacht.

Genitalwarzen, auch Feigwarzen genannt, sind Hautveränderungen, die z. B. im Genitalbereich oder an den Geschlechtsorganen oder in der Nähe des Afters auftreten. Sie werden durch bestimmte HPV-Typen (überwiegend Typ 6 und 11) verursacht. Die HPV-Typen, die Genitalwarzen verursachen, sind nicht mit den HPV-Typen identisch, die Gebärmutterhalskrebs verursachen. Genitalwarzen sind keine lebensgefährlichen, aber doch behandlungsbedürftige und sehr unangenehme Erkrankungen, die sowohl Frauen als auch Männer betreffen können.

Verbreitung und Ansteckung

Verbreitung Gebärmutterhalskrebs
In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 4.600 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs, rund 1.600 sterben hierzulande jährlich an den Folgen dieser Krebserkrankung.

Verbreitung Genitalwarzen 
An Genitalwarzen erkranken in Deutschland jährlich schätzungsweise
125.000 Frauen und Männer neu.

Ansteckung
Humane Papillomviren (HPV) kommen häufiger vor als man denkt. Sie werden über Haut- und Schleimhautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Infektion mit HPV bleibt oft unbemerkt. Männer wie Frauen können sich infizieren und die Viren weitergeben; fast alle Menschen kommen so früher oder später in ihrem Leben mit HPV in Berührung.

Symptome

Die HPV-Typen 6 und 11 können bei Mädchen/Frauen und Jungen/Männern gutartige Wucherungen (Warzen) in der Schamgegend verursachen.

Die HPV-Typen 16 und 18 können bei Frauen Zellveränderungen der Schleimhaut des Gebärmutterhalses verursachen. Bleibt eine Infektion z. B. mit HPV 16 oder 18 bestehen, können sich etwa ein bis drei Prozent dieser Zellveränderungen über einen Zeitraum von ungefähr fünf bis zehn Jahren zu einem Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) entwickeln. Bei Männern und Frauen kann eine Infektion z. B. mit HPV 16 oder 18 unter anderem zu Analkrebs führen.

Prävention und Behandlung

Prävention
Die Kombination aus HPV-Impfung und jährlicher Krebsfrüherkennungsuntersuchung, die in Deutschland für alle Frauen ab
20 Jahren von den Krankenkassen bezahlt wird, ist der beste Weg zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs.

Behandlung von Gebärmutterhalskrebs
Oft heilt eine HPV-Infektion folgenlos aus, da das Immunsystem die Viren unschädlich machen kann. Aber: Wird eine Infektion mit bestimmten, Krebs verursachenden HPV-Typen in der Krebsfrüherkennungsuntersuchung nicht bemerkt und bleibt über Jahre hinweg bestehen, können diese Viren Krebsvorstufen (Gewebsveränderungen der Schleimhaut des Gebärmutterhalses) verursachen. Je nach Schweregrad unterscheidet man diese in leichte, mäßiggradige und schwerwiegende Gewebsveränderung.

Mittels eines Abstrichs vom Gebärmutterhals (Pap-Test) im Rahmen der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung kann der Frauenarzt frühzeitig Gewebsveränderungen feststellen. Aber nicht jeder auffällige Abstrich bedeutet, dass eine Krebsvorstufe vorliegt. Der Frauenarzt schickt die Zellprobe in ein Labor, wo sie genauer untersucht wird. Wenn dem Arzt die Laborergebnisse vorliegen, entscheidet er zusammen mit seiner Patientin, welche weiteren Maßnahmen erforderlich sind.

Behandlung von Genitalwarzen
Zur Behandlung von Genitalwarzen stehen den Ärzten verschiedene Methoden zur Verfügung, abhängig von Schweregrad und Ausbreitung der Erkrankung. Welche Untersuchungen oder Maßnahmen erforderlich sind, wird der behandelnde Arzt mit seiner Patientin besprechen und gemeinsam mit ihr entscheiden. Generell gilt: Die Entfernung von Genitalwarzen kann schmerzhaft und schwierig sein. Und: Genitalwarzen können auch nach einer erfolgreichen Behandlung wieder neu entstehen (sog. Rezidiv).

Fakten

  • Die HPV-Typen 16 und 18 verursachen etwa 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs.
  • Die HPV-Typen 6 und 11 sind für etwa 90 Prozent der Fälle von Genitalwarzen verantwortlich.
  • Alleine in Deutschland erkranken jährlich ca. 4.600 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs und etwa 1.600 Frauen sterben jährlich an den Folgen der Erkrankung. Zudem erkranken in Deutschland jährlich schätzungsweise 125.000 Frauen und Männer neu an Genitalwarzen.
  • Die Impfung gegen bestimmte HP-Viren kann junge Mädchen vor Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen schützen. Einer der beiden verfügbaren Impfstoffe kann zudem Genitalwarzen vorbeugen.
  • Die Kombination aus HPV-Impfung und Krebsfrüherkennungsuntersuchung ermöglicht die beste Vorbeugung vor Gebärmutterhalskrebs.
  • Auch Jungen und Männer können von einer Impfung profitieren. Denn auch bei ihnen können die Viren Genitalwarzen im Intimbereich und bei einer andauernden Infektion Krebserkrankungen verursachen.
  • Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland empfiehlt zur Reduktion der Krankheitslast durch den Gebärmutterhalskrebs eine generelle Impfung gegen humane Papillomviren (Typen HPV 16, 18) für alle Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Versäumte HPV-Impfungen sollten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (d. h. bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag) nachgeholt werden.

    Mehr zum Thema

    Folgende Institutionen, Berufsverbände und medizinische
    Fachgesellschaften empfehlen die Impfung gegen HPV und bieten auf
    ihren Webseiten weitere Informationen:

    • Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO), www.rki.de
    • Berufsverband der Frauenärzte (BVF), www.bvf.de
    • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), www.dggg.de

    Häufig gestellte Fragen zum Thema
    Das Robert Koch-Institut in Berlin (RKI) beantwortet häufig gestellte Fragen zu Infektionskrankheiten. Die Internetseiten des Robert Koch-Instituts zum Impfen werden vom Fachgebiet Impfprävention des Robert Koch-Instituts betreut und ständig aktualisiert.

    Gebärmutterhalskrebs - Informationen des Deutschen Grünen Kreuzes

    Ein guter Anlass für die HPV-Impfung ist die Jugendgesundheitsuntersuchung (J1) für Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren.

    Jedes junge Mädchen und jede Frau kann sich gegen bestimmte humane Papillomviren (HPV) impfen lassen. In der Regel führen Kinder- und Jugendärzte, Frauen- sowie Hausärzte diese Impfung durch. Den größten Nutzen von der Impfung haben Mädchen, die sich noch nicht mit HP-Viren infizieren konnten. Je nach Alter kann die Impfung an zwei oder drei unterschiedlichen Terminen verabreicht werden. Um einen bestmöglichen Schutz zu erzielen, sollten die Impfungen innerhalb von sechs bzw. zwölf Monaten verabreicht werden.

     

    In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) die Impfung für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Versäumte HPV-Impfungen sollten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (d. h. bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag) nachgeholt werden. Aber auch für Frauen, die älter als 17 Jahre sind, kann die Impfung sinnvoll sein.

    Die HPV-Impfung

    Eine frühzeitige Vorsorge ist in Bezug auf HPV-Erkrankungen wichtig. Eine Impfung kann Mädchen vor Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen, die durch bestimmte HPV-Typen verursacht werden, schützen. Die Impfung ist am effektivsten, wenn sie vor einer möglichen Ansteckung erfolgt. Einer von zwei zurzeit verfügbaren Impfstoffen kann zusätzlich vor Genitalwarzen, verursacht durch die HPV-Typen 6 und 11, schützen. Die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) empfiehlt daher die Standardimpfung für alle Mädchen ab 9 Jahren. Für eine vollständige Impfserie sind, je nach Alter, zwei oder drei Einzelimpfungen nötig.

    Mädchen im Alter von 9 bis einschließlich 13 bzw. 14 Jahren können zwei Impfstoffdosen in einem Zeitraum von mindestens sechs Monaten erhalten. Für Mädchen ab 14 bzw. 15 Jahren besteht eine vollständige HPV-Impfung aus drei Impfstoffdosen. Alle drei Dosen sollten innerhalb eines Jahres verabreicht werden. Geimpft wird in die Muskulatur des Oberarms. Einer der beiden verfügbaren Impfstoffe kann einen zusätzlichen Schutz vor Genitalwarzen aufbauen und ist auch für Jungen ab 9 Jahren zugelassen. Denn auch sie können durch eine Impfung Krebserkrankungen vorbeugen, die durch bestimmte HP-Viren ausgelöst werden. Zudem tragen sie mit dem Impfschutz dazu bei, die Verbreitung der Viren einzudämmen.

    Weil die Impfung aber nicht alle HPV-Typen abdeckt, bleibt auch nach der Impfung die jährliche Teilnahme an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung ab dem 20. Lebensjahr wichtig. Die Kombination von HPV-Impfung und regelmäßiger Krebsfrüherkennungsuntersuchung bietet den bestmöglichen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen.

    Sind die Impfstoffe sicher?

    Impfstoffe werden erst zugelassen, wenn sie in einem gesetzlich vorgeschriebenen, umfangreichen Programm auf Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit geprüft worden sind. Der Impfstoffhersteller muss den für die Zulassung zuständigen Behörden umfangreiche Studiendaten vorlegen. Die HPV-Impfstoffe wurden umfassend und erfolgreich auf ihre Sicherheit geprüft. Wenn die Impfstoffe auf dem Markt sind, werden sie weiterhin in einem von den Zulassungsbehörden festgelegten Überwachungsprogramm genau beobachtet. Zusätzlich melden die Ärzte von ihnen beobachtete Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen. Die Impfstoffhersteller sind verpflichtet, den Behörden regelmäßig Berichte zur Sicherheit vorzulegen.

    HPV-Impfung: Nebenwirkungen

    Im Anschluss an die Impfung kann es zu Nebenwirkungen kommen – wie bei anderen Impfungen auch. Meistens handelt es sich um Hautreaktionen wie Rötungen und leichtes Brennen an der Einstichstelle, manchmal kommt es zu einer vorübergehenden Temperaturerhöhung und Kopfschmerzen. Das sind normale
    Reaktionen des Körpers und Ausdruck der Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff.

    Vorsorge beim Kinder- und Jugendarzt, Haus- oder Frauenarzt

    Ein guter Zeitpunkt, um sich gegen HPV impfen zu lassen, ist die U11. Diese Vorsorgeuntersuchung wird vom Kinder- und Jugendarzt oder Hausarzt durchgeführt und für Kinder im Alter zwischen 9 und 10 Jahren angeboten. In diesem Alter empfiehlt die STIKO die Auffrischimpfungen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Poliomyelitis (Kinderlähmung). Der Termin kann also dazu genutzt werden, den Impfschutz überprüfen und vervollständigen zu lassen. Die Kosten für die U11 werden nicht von allen Krankenkassen erstattet.

    Ein weiterer guter Anlass ist die J1 (Jugendgesundheitsuntersuchung), die beim Kinder- und Jugendarzt sowie Hausarzt stattfindet. Die J1 ist eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung zu Beginn der Pubertät für alle 12- bis 14-Jährigen. Der Arzt überprüft bei der J1 den allgemeinen Gesundheitszustand und kontrolliert, ob ein ausreichender Impfschutz besteht. Aber auch der erste Frauenarzttermin ist ein idealer Termin für junge Patientinnen, um sich gegen HPV impfen zu lassen.

    10.11.2014
    DE02301

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