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Donnerstag, 17. Mai 2012
 
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Wert von Impfungen

Bedeutung von Impfen generell
Nur sauberes Trinkwasser ist für die Eindämmung infektionsbedingter Erkrankungen und Todesfälle ähnlich wichtig wie Impfstoffe – nicht einmal Antibiotika sind ähnlich effektiv. Neben Verbesserungen der allgemeinen Hygiene, Ernährung und Therapiemöglichkeiten haben Impfungen wesentlich zum Rückgang von Krankheitshäufigkeit und Sterberate zahlreicher Infektionskrankheiten beigetragen. Zudem zählen sie zu den kosteneffektivsten Präventivmaßnahmen in der Medizin.

 

Rückgang von Infektionskrankheiten
Umfassende Impfprogramme haben in der Vergangenheit zu großen Erfolgen bei der Bekämpfung von schwerwiegenden Infektionskrankheiten in Europa geführt:

 

  • Pocken: gelten seit 1980 als ausgerottet
  • Diphtherie: Rückgang der Erkrankungen zwischen 1988 (54.645 Fälle) und 2004 (688 Fälle) um 98,7 Prozent
  • Haemophilus influenzae Typ b: Rückgang der Erkrankung zwischen 1988
    (2.391 Fälle) und 2004 (229 Fälle) um 90,4 Prozent
  • Masern: Absenken der Fallzahlen von jährlich 624.847 (1988) auf 28.789
    (2004), d.h. Rückgang der Erkrankungen um rund 95 Prozent

Impfen und Kollektivschutz
Die meisten Impfungen schützen nicht nur den Geimpften selbst, sondern auch andere. Von der so genannten Herdenimmunität, d.h. dem Infektionsschutz gegen einen Krankheitserreger innerhalb einer Population, profitieren beispielsweise Säuglinge, die noch zu jung sind, um geimpft zu werden. Von einer Herdenimmunität spricht man, wenn ein ausreichender Anteil an Menschen geimpft ist und sich der Erreger nicht mehr ausbreiten kann. Der Erreger wird nicht weitergetragen und somit die Infektionskette unterbrochen. Auch bestimmte chronisch kranke Menschen, die aufgrund ihrer verminderten Immunabwehr nicht gegen alle Krankheiten geimpft werden können, werden durch geimpfte Mitmenschen geschützt – ebenso wie Impfgegner.

Länder mit einer hohen Durchimpfungsrate weisen, vor allem über einen längeren Zeitraum betrachtet, wesentlich niedrigere Neuerkrankungsraten auf als Länder mit einer niedrigeren Durchimpfungsrate. Beispielsweise wurden in Finnland, das wie die anderen skandinavischen Länder eine hohe Durchimpfungsrate aufweist (ca. 98 Prozent), seit 1996 lediglich vier
importierte Masern-Fälle gemeldet. Durch sinkende Durchimpfungsraten treten mittlerweile gefährliche Infektionskrankheiten immer wieder auf. So gab es beispielsweise 2010 in Europa (WHO-Region) erstmals wieder Poliofälle, obwohl diese Region im Jahre 2002 als poliofrei zertifiziert wurde.
 

Gesellschaftlicher Nutzen
Das Eindämmen von infektionsbedingten Krankheiten:

  • Entlastet Arbeitgeber durch Reduzierung von krankheitsbedingten Fehlzeiten am Arbeitsplatz, z.B. durch Eindämmen der Influenza
  • Reduziert elterliche Freistellungsanträge wegen krankheitsbedingt notwendiger Kinderbetreuung
  • - Eltern haben Anspruch gegenüber dem Arbeitgeber auf bis zu zehn
      Tage bezahlte Freistellung pro Jahr und Kind; Alleinerziehende
      sind einem Paar gleichgestellt (Freistellungsanspruch 20 Tage/Jahr)


Ökonomischer Nutzen
Die Kosten für Impfungen sind in der Regel geringer als die Behandlungskosten bei Krankheitsausbruch

  • die durchschnittlichen Kosten pro Masernfall betragen in Deutschland 263 Euro; das sind die Kosten, die pro verhüteten Masernfall eingespart werden könnten.
  • die Impfung gegen Keuchhusten senkt die Behandlungskosten in Deutschland um mehr als 200 Millionen Euro/Jahr
  • Kosten-Nutzen-Verhältnis Masern-Mumps-Röteln-Impfprogramm in den USA: Der monetäre Nutzen aus Sicht des Gesundheitswesens ist ca. 14mal höher als die Alternative „kein Impfprogramm“

 

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