Ja, auch nach einer überstandenen HPV-Infektion kann man sich wieder mit den gleichen humanen Papillomvirustypen infizieren.
Ja, denn selbst nach einer ausgeheilten, überstandenen Infektion ist eine Impfung sinnvoll. Sie kann Schutz vor einer erneuten Ansteckung (mit den gleichen HPV-Typen) bieten.
Optimal ist die Impfung vor den ersten sexuellen Kontakten. Sie macht auch bei jungen Frauen Sinn, die schon Geschlechtsverkehr hatten. Frauen, die mit einem der HPV-Typen infiziert sind, haben immer noch Schutz vor den restlichen HPV-Typen, gegen die die Impfung gerichtet ist.
Auch wenn Diphtherie und Kinderlähmung hierzulande mittlerweile beinahe oder vollständig ausgerottet sind, können sie jederzeit wieder durch Reisende und Migranten eingeschleppt werden. Deshalb ist es wichtig, die Impfraten auch bei uns flächendeckend hoch zu halten. An Wundstarrkrampf (Tetanus) zu erkranken, ist hingegen überall möglich: Die Bakterien umgeben uns in Erde und Staub. Geringfügige Verletzungen, beispielsweise bei Sport oder Gartenarbeit, können bei fehlendem oder unzureichendem Impfschutz zur Erkrankung führen.
Ja. Jährlich erkranken etwa 110.000 Erwachsene in Deutschland an Keuchhusten. Die Krankheit verschiebt sich zunehmend vom Säuglings- ins Erwachsenenalter: Vier von fünf Erkrankten sind über 15 Jahre alt. Allerdings verläuft Keuchhusten bei Erwachsenen oft untypisch und wird deshalb vom Arzt nicht oder erst spät erkannt. Die Konsequenz: Betroffene leiden über viele Wochen an der hartnäckigen Erkrankung. Durch die Impfung kann man sich und andere schützen, z. B. Säuglinge, bei denen die Erkrankung lebensgefährlich verlaufen kann. Die Impfung gegen Keuchhusten ist empfohlen für Frauen im gebärfähigen Alter sowie für enge Kontaktpersonen eines Säuglings (Familienmitglieder, Babysitter, Tagesmütter usw.), wenn die letzte Impfung gegen Keuchhusten länger als 10 Jahre zurückliegt. Zudem sollen alle Erwachsenen die nächste fällige Tetanusimpfung als Kombinationsimpfung auch gegen Keuchhusten erhalten, also als 3-fach-Impfung gegen Tetanus, Diphterie UND Keuchhusten, bei entsprechender Indikation auch als 4-fach-Impfung inklusive einem Impfschutz gegen Polio.
Bei Pneumokokken handelt es sich um weltweit verbreitete Bakterien. In der Altersgruppe der über 60- Jährigen verursachen Pneumokokken häufiger Erkrankungen oder sogar Todesfälle als alle anderen bakteriellen Erreger. Zudem kommen sie sehr häufig vor. Jeder Zweite trägt die Erreger im Nasen- Rachen-Raum, wo sie normalerweise vom Immunsystem in Schach gehalten werden. Ist dieses geschwächt, können Pneumokokken zu schweren Erkrankungen, wie z. B. Lungenentzündung, führen.
Eine wirksame Präventionsmaßnahme ist die Pneumokokken-Impfung. Sie kann eine Erkrankung verhindern oder die Schwere des Verlaufs abschwächen und so fast zwei Drittel der mit Pneumokokken verbundenen Todesfälle verhindern.
Die Grippe ist eine akute Erkrankung der Atemwege, die durch Influenza-Viren verursacht wird. Die Virusgrippe löst, im Gegensatz zur normalen Erkältung, ganz plötzlich hohes Fieber über 39°C und Schüttelfrost aus. Eine Infektion mit Influenza-Viren führt häufig zu einem schweren Krankheitsbild, von dem besonders ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen betroffen sind. Diese Gruppen sollten sich impfen lassen. Zusätzlich ist eine Impfung für medizinisches Personal sowie für Personen empfohlen, die in Einrichtungen mit starkem Publikumsverkehr arbeiten (z. B. Busfahrer oder Erzieherinnen).
Nein! Der Impfstoff enthält inaktivierte Virusteile, die keine Grippe auslösen können. Sollten nach der Impfung leichte Beschwerden am Impfort oder leichte allgemeine Beschwerden auftreten, ist dies meist eine normale und harmlose Reaktion des Organismus.
Mit dem Alter lässt die Leistung des Immunsystems nach. Der Körper kann sich gegen Krankheitserreger nicht mehr so gut wehren: Infektionen verlaufen oft schwerer als bei jungen Menschen. Impfstoffe unterstützen das Immunsystem.
Zur Heilung vieler Infektionskrankheiten stehen keine geeigneten Medikamente zur Verfügung. Viruserkrankungen wie Hepatitis B oder Masern lassen sich nicht mit Antibiotika behandeln, und viele der Bakterien wie z. B. Pneumokokken zeigten sich zunehmend unempfindlich gegen Antibiotika. Gegen Tetanus gibt es nach wie vor kein wirksames Mittel: In Deutschland stirbt jeder Vierte Erkrankte daran. Mit einer Impfung beugt man einer Erkrankung mit allen ihren Folgen vor.
Ja. Auch Erwachsene können so genannte Kinderkrankheiten bekommen, die teilweise schwerer verlaufen als bei Kindern.
So verlagert sich zum Beispiel der Keuchhusten zunehmend ins
Erwachsenenalter. Gerade bei älteren Menschen ist er mit einer erheblichen Krankheitslast verbunden und kann auch mit gravierenden Komplikationen einhergehen. Mehrfache Keuchhustenerkrankungen sind möglich, da der Immunschutz nach Keuchhusten-Erkrankung oder -Impfung innerhalb von 10 Jahren nachlässt.
Frauen mit Kinderwunsch sollten vor der Schwangerschaft ihren Impfpass kontrollieren und fehlende Impfungen gegebenenfalls nachholen lassen, da einige Infektionskrankheiten, insbesondere Röteln und Windpocken, während der Schwangerschaft schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind haben können.
Empfohlen wird außerdem die Masern-Impfung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit als einmalige Impfung, vorzugsweise mit einem Masern-, Mumps-, Röteln-Impfstoff.
Seit 2006 besteht die Möglichkeit gegen sogenannte humane Papillomviren (kurz: HPV) zu impfen, denn diese Viren können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Von den mehr als 100 verschiedenen Virustypen sind vor allem die HPV-Typen 16 und 18 wichtig: Sie sind für etwa 75 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs in Europa verantwortlich. Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV-Typen 16, 18) daher für alle Mädchen und jungen Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Frauen mit Kinderwunsch sollten zudem ihren Impfstatus vor der Schwangerschaft von ihrem Hausarzt oder Frauenarzt prüfen und fehlende Impfungen nachholen lassen. Denn dies ist nicht nur wichtig für den eigenen Schutz, sondern auch für das ungeborene Kind.