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Samstag, 25. Mai 2013
 
Impfen | Fragen & Antworten

Fragen und Antworten

Sie haben Fragen rund um das Thema Impfungen? Wir haben für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zusammengestellt.

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Impfen Allgemein

Gegen die meisten Krankheiten gibt es doch wirksame Medikamente, warum soll man sich impfen lassen?

Im Gegensatz zu dieser weit verbreiteten Annahme gibt es oft zur Heilung von Infektionskrankheiten keine geeigneten Medikamente. So ist nach wie vor kein Medikament verfügbar, mit dem Masern, Mumps oder Röteln behandelt werden können, und viele Bakterien (z. B. Pneumokokken) sind zunehmend resistent gegen Antibiotika. Gegen Wundstarrkrampf gibt es nach wie vor kein wirksames Mittel.

Was geschieht bei einer Impfung?

Der Mensch besitzt ein ausgeklügeltes Abwehrsystem – das Immunsystem. Damit kann sich unser Körper gegen unerwünschte Eindringlinge wie Viren oder Bakterien wehren. Die körpereigene Abwehr ist in der Lage, Krankheitserreger zu erkennen und Abwehrmaßnahmen zu ergreifen. Dabei werden Antikörper gebildet, die jeweils gegen einen bestimmten Erreger gerichtet sind. Nachdem sie die Krankheitserreger erfolgreich bekämpft haben, bleiben einige Antikörper im Blut, und ein körpereigenes „Abwehrgedächtnis“ wird gebildet. Gelangt der Erreger nochmals in den Körper, „erinnert“ sich das Immunsystem und produziert sehr viel schneller die passenden Antikörper. Die Erreger werden unschädlich gemacht, bevor die Krankheit ausbrechen kann. Die Impfung ahmt den Kontakt mit dem Krankheitserreger in kontrollierter Weise nach. Im Gegensatz zu einer echten Infektion werden dem Körper aber nur abgeschwächte oder abgetötete Erreger beziehungsweise Erregerbestandteile verabreicht. Dies genügt, um das Immungedächtnis und die Antikörperbildung anzuregen, ohne dass es zur Erkrankung kommt.

Wie sicher sind Impfstoffe?

Impfstoffe gehören zu den sichersten Arzneimitteln, die in Deutschland zugelassen sind: Bereits während des Zulassungsverfahrens werden an Impfstoffe höchste Anforderungen bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit gestellt. Darüber hinaus werden sie nach der Zulassung regelmäßig durch die zuständige Behörde überprüft.

Können beim Impfen Nebenwirkungen auftreten?

Jedes wirksame Medikament kann neben der gewünschten Wirkung auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Nach einer Impfung kann es beispielsweise zu leichtem Fieber, allgemeinem Unwohlsein oder Rötungen an der Einstichstelle kommen. Diese Symptome sind jedoch vorübergehend und klingen schnell und folgenlos wieder ab. Sie sind kein Grund zur Beunruhigung, sondern zeigen, dass das Immunsystem aktiviert ist.

Was sind Impfempfehlungen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin empfiehlt, welche Impfungen von hohem Wert für den Gesundheitsschutz des Einzelnen und der Allgemeinheit sind, um übertragbaren Krankheiten wirksam vorzubeugen. Die STIKO ist ein unabhängiges Expertengremium und wird vom Bundesgesundheitsministerium berufen. Ihre Impfempfehlungen werden regelmäßig aktualisiert. Anhand dieser Impfempfehlungen kann der Arzt seine Patienten beraten, wie, wann und gegen was sie geimpft sein sollten.

Wer bezahlt die Impfungen?

Alle Standardimpfungen übernehmen in der Regel die Krankenkassen. Impfungen für bestimmte Berufsgruppen zahlt der Arbeitgeber. Reiseimpfungen muss der Patient in der Regel selbst bezahlen.

Wenn Impfen gut ist, warum lehnt meine beste Freundin Impfungen ab?

Einige Menschen haben aus Angst vor Nebenwirkungen oder anderen Gründen noch immer Vorbehalte gegenüber Impfungen. Aber die Folgen einer Infektionskrankheit können für Ihr Kind sehr schlimm sein: Impfungen können hingegen wirksam davor schützen. So kann z. B. Keuchhusten bei Säuglingen zu lebensgefährlichen Atemstillständen oder Hepatitis B zu schweren Leberentzündungen bis hin zu Leberkrebs führen. Alle Impfempfehlungen basieren auf wissenschaftlichen Grundlagen. Zudem gehören Impfstoffe zu den sichersten Arzneimitteln, die wir haben.

Wenn ich mich gegen verschiedene Erkrankungen impfen lassen möchte: Muss ich dann mehrmals zum Arzt gehen?

Das ist nicht zwangsläufig der Fall, denn es gibt Impfstoffe, die zusammen geimpft werden können. So ist zum Beispiel die Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung und Keuchhusten mit nur einer Spritze möglich.

Wirkt eine Impfung ein Leben lang?

Die Wirkdauer von Impfungen ist unterschiedlich. Einige Impfungen beugen der Erkrankung wahrscheinlich ein Leben lang vor, wie etwa die Masern-, Mumps- und Röteln-Impfung. Viele Impfungen, wie zum Beispiel die gegen Tetanus und Diphtherie, sind etwa 10 Jahre wirksam, während andere Impfungen aus unterschiedlichen Gründen früher wiederholt werden müssen. So wird z. B. die Grippe- Impfung jährlich wiederholt. Wichtig zu wissen: Auch das Durchmachen einer Krankheit führt nicht unbedingt zu lebenslanger Immunität. So kann man beispielsweise mehrmals an Keuchhusten erkranken.

Gibt es spezielle Impfungen für Mädchen und Frauen?

Seit 2006 besteht die Möglichkeit gegen sogenannte humane Papillomviren (kurz: HPV) zu impfen, denn diese Viren können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Von den mehr als 100 verschiedenen Virustypen sind vor allem die HPV-Typen 16 und 18 wichtig: Sie sind für etwa 70 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs in Europa verantwortlich. Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV-Typen 16, 18) daher für alle Mädchen und jungen Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren.  Frauen mit Kinderwunsch sollten zudem ihren Impfstatus vor der Schwangerschaft von ihrem Hausarzt oder Frauenarzt prüfen und fehlende Impfungen nachholen lassen. Denn dies ist nicht nur wichtig für den eigenen Schutz, sondern auch für das ungeborene Kind.

Sollen chronisch Kranke überhaupt geimpft werden?

Ja, gerade chronisch Kranke müssen sich vor Infektionskrankheiten schützen, denn die Immunabwehr ist durch die Grunderkrankung oft geschwächt. Dadurch kann ein Erreger leichter in den Organismus eindringen und dort zu schweren Erkrankungsverläufen führen. Dies wirkt sich wiederum negativ auf die Grunderkrankung aus. Die STIKO empfiehlt daher die Pneumokokken-Impfung sowie eine jährliche Grippe-Impfung.

Was soll man tun, wenn man keinen Impfausweis hat?

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten. Er wird dafür sorgen, dass für Sie ein alters-entsprechender Impfschutz aufgebaut wird.

Wann sollte besser auf eine Impfung verzichtet werden?

Wer unter einer akuten, behandlungsbedürftigen Erkrankung leidet, sollte frühestens zwei Wochen nach der Genesung geimpft werden. Banale Infekte wie eine Erkältung mit erhöhter Temperatur (bis 38,5°C) sind hingegen kein Grund, auf eine Impfung zu verzichten. Im Falle eines angeborenen oder erworbenen Immundefektes ist über die Impfung mit einem Lebendimpfstoff individuell zu entscheiden. Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffes können gegen eine Impfung sprechen. Schwangere dürfen nicht mit Lebendimpfstoffen geimpft werden. Um einschätzen zu können, welche Impfungen bei Ihnen sinnvoll sind, lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

Säuglinge & Kleinkinder

Grippe durch Grippe-Impfung?

Nein! Der Impfstoff enthält inaktivierte Virusteile, die keine Grippe auslösen können. Sollten nach der Impfung leichte Beschwerden am Impfort oder leichte allgemeine Beschwerden auftreten, ist dies meist eine normale und harmlose Reaktion des Organismus.

Wie verträglich ist die Impfung für mein Kind?

Die Varizellen-Impfung ist allgemein sicher und gut verträglich. Gegebenenfalls können Fieber und einige leichte lokale Reizungen auftreten. Weitere Fragen zu möglichen Nebenwirkungen beantwortet Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker.

Ab welchem Alter kann ich mein Kind gegen das Varicella-Zoster-Virus, den Erreger der Windpocken, impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO ) empfiehlt die Impfung gegen Varizellen als Standardimpfung. Für den optimalen Impfschutz werden 2 Dosen Varizellen-Impfstoff gegeben, die erste im Alter von 11 bis 14 Monaten, die zweite Dosis im Alter von 15 bis 23 Monaten. Die Impfung kann zeitgleich mit der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln erfolgen. Zudem sollen nicht-geimpfte, nicht vollständig geimpfte und bisher nicht erkrankte Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag die Impfung nachholen.

Was sind Rotaviren?

Rotaviren sind hochgradig ansteckende Erreger, die zu Erbrechen und Durchfall führen können. Weltweit stellen Rotaviren die häufigste Ursache für schwere Magen-Darm-Erkrankungen dar. Kinder können eine milder verlaufende Durchfallerkrankung entwickeln, aber auch an schwerwiegenden Symptomen, wie z. B. Erbrechen, Fieber, starken Bauchschmerzen und schnellem Verlust von Körperflüssigkeit, leiden. Die Symptome bestehen in der Regel für vier bis acht Tage.

Was sind Rotavirus-Impfstoffe und wofür werden diese angewendet?

Der Rotavirus-Impfstoff ist ein Schluckimpfstoff, der hilft, Säuglinge und Kleinkinder vor Gastroenteritis (Durchfall und Erbrechen), ausgelöst durch eine Infektion mit Rotaviren, zu schützen. Der Impfstoff enthält lebende, abgeschwächte und daher nicht krankmachende Rotavirus-Stämme. Nach Gabe des Impfstoffs bildet das Immunsystem Antikörper gegen die geimpften Rotavirus-Typen. Diese Antikörper helfen, vor einer Durchfallerkrankung zu schützen, die durch diese Rotavirus-Typen ausgelöst wird.

Muss ich vor der Impfung mit dem Stillen aufhören?

Nein. Der Impfstoff kann unabhängig von der Aufnahme von Muttermilch verabreicht werden. Das Stillen muss also nicht unterbrochen werden, weder vor noch nach der Impfung.

Wann sollte ich mein Baby impfen lassen?

Auch wenn die Anfangszeit mit einem Säugling meist stressig ist, sollten Eltern Ihren Kinderarzt dennoch so früh wie möglich auf die Rotavirus-Impfung ansprechen, da die erste Dosis in einem Alter von sechs bis zwölf Wochen gegeben werden sollte. Die komplette Impfserie sollte bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat abgeschlossen sein.

Ich hatte als Kind Masern, die mir nicht geschadet haben. Warum soll ich also mein Kind impfen?

Leider verlaufen Masern, wie auch Mumps und Röteln, nicht immer harmlos. Schwerwiegende Komplikationen wie z. B. Gehirn- oder Lungenentzündungen können immer wieder beobachtet werden. Im schlimmsten Fall können sie tödlich verlaufen. Um dieses Risiko auszuschließen, sollten Sie Ihr Kind zweimal gegen Masern, Mumps und Röteln impfen lassen.

Windpocken sind doch eine harmlose Erkrankung, warum ist dagegen die Impfung empfohlen?

Windpocken werden allgemein als „harmlose“ Kinderkrankheit angesehen. Dabei wird übersehen, dass sie schwere Komplikationen und Folgeerkrankungen nach sich ziehen können. Am häufigsten kommt es bei Kindern zu Infektionen der aufgeplatzten oder aufgekratzten Bläschen; bleibende Narben erinnern dann an die durchgemachten Windpocken. Als weitere Komplikationen können Mittelohr- und Lungenentzündung auftreten, auch kann es zu einer Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute kommen. Selbst bei unkompliziertem Verlauf verursachen Windpocken erhebliche Belastungen für das Kind und sein Umfeld. Aufgrund der großen Ansteckungsgefahr darf ihr Kind keine Gemeinschafteinrichtungen besuchen. Gleichzeitig benötigt es ständige Betreuung – vor allem für alleinerziehende und berufstätige Eltern ein Problem. Eine Windpocken-Impfung beugt vor. Sie kann zeitgleich mit einer der beiden Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln erfolgen und ist dabei wirksam und gut verträglich.

Stärkt es die Abwehrkräfte meines Kindes, wenn es die Kinderkrankheiten durchgemacht hat?

Sowohl die Erkrankung als auch die Impfung führen dazu, dass der Körper zukünftig die Krankheitserreger sofort erkennt und direkt bekämpfen kann. Vorteil der Impfungen: Sie ersparen Ihrem Kind die Erkrankung, die unter Umständen schwer verlaufen oder sogar mit gefährlichen Komplikationen verbunden sein kann (z. B. Keuchhusten oder Masern).

Ein Impfstoff gegen mehrere Krankheiten, ist das nicht zuviel für mein Baby?

Nein, denn tagtäglich setzt sich das Immunsystem des Säuglings mit einer Vielzahl von Krankheitserregern auseinander. Alleine durch einen Kuss seiner Eltern wird ein Kind mit wesentlich mehr Keimen konfrontiert, als in einer Spritze eines Kombinationsimpfstoffes enthalten sind.

Warum sollte mein Kind so früh geimpft werden?

In seiner Entwicklungszeit ist das Kind viel anfälliger für Infektionen als im Erwachsenenalter. Infektionserreger haben leichtes Spiel, da das Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Viele der so genannten Kinderkrankheiten, wie beispielsweise Keuchhusten und durch Rotaviren verursachte Brechdurchfälle, sind daher besonders gefährlich für Säuglinge: Es kann zu schweren Krankheitsverläufen und Komplikationen kommen, die sogar tödlich verlaufen können. Zusammen mit Vorsorgeuntersuchungen sollten Impftermine daher an erster Stelle stehen, um den Kleinen einen gesunden Start ins Leben zu ermöglichen. Je früher Kinder geimpft werden, umso eher beugt die Impfung einer Erkrankung und ihren Folgen vor. Zudem benötigt das Immunsystem einige Zeit, bis die Abwehrfunktion aufgebaut ist.

Reicht das Stillen nicht zur Vorbeugung von Kinderkrankheiten aus?

Schon während der Schwangerschaft werden mütterliche Antikörper auf das ungeborene Kind übertragen. Man spricht dabei von der sogenannten Leihimmunität. Nach der Geburt erhält der Säugling Antikörper und Abwehrzellen über die Muttermilch, so dass in den ersten Lebenswochen- und Monaten insgesamt ein guter Schutz gegen die meisten Infektionskrankheiten besteht. Nach einiger Zeit lässt dieser Schutz aber nach. Daher muss das Kind dann so schnell wie möglich seine eigene aktive Abwehr aufbauen.

Grippe-Impfung - auch für mein Kind sinnvoll?

Die Ständige Impfkommission (STIKO ) des Robert Koch-Instituts empfiehlt die Grippe- Impfung allen Kindern in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr oder mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grunderkrankung, wie z. B. Chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Chronische Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselkrankheiten, Chronische Leber- oder Nierenkrankheiten, Immundefizienz

Kinder & Jugendliche

Warum sollen auch Kinder und Jugendliche gegen das Varicella-Zoster-Virus geimpft werden?

Kinder und Jugendliche, die noch keine Windpocken hatten, sollten sich impfen lassen, um der Erkrankung und möglichen Komplikationen vorzubeugen. Für einen möglichst optimalen Impfschutz werden zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen empfohlen. Es bietet sich an, ebenso den Impfstatus gegen Masern, Mumps und Röteln zu prüfen, da die MMR-und Varizellen-Impfungen zeitgleich verabreicht werden können. Auch hier sind von der STIKO zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln für eine Immunisierung empfohlen.

Kann ich HPV nach einer ausgeheilten Infektion wieder bekommen?

Ja, auch nach einer überstandenen HPV-Infektion kann man sich wieder mit den gleichen humanen Papillomvirustypen infizieren.

Ist die HPV-Impfung sinnvoll, wenn ich bereits infiziert bin oder es einmal war?

Ja, denn selbst nach einer ausgeheilten, überstandenen Infektion ist eine Impfung sinnvoll. Sie kann Schutz vor einer erneuten Ansteckung (mit den gleichen HPV-Typen) bieten.

Ist die HPV-Impfung nach dem ersten Geschlechtsverkehr noch sinnvoll?

Optimal ist die Impfung vor den ersten sexuellen Kontakten. Sie macht auch bei jungen Frauen Sinn, die schon Geschlechtsverkehr hatten. Frauen, die mit einem der HPV-Typen infiziert sind, haben immer noch Schutz vor den restlichen HPV-Typen, gegen die die Impfung gerichtet ist.

Gibt es spezielle Impfungen für Mädchen und Frauen?

Seit 2006 besteht die Möglichkeit gegen sogenannte humane Papillomviren (kurz: HPV) zu impfen, denn diese Viren können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Von den mehr als 100 verschiedenen Virustypen sind vor allem die HPV-Typen 16 und 18 wichtig: Sie sind für etwa 70 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs in Europa verantwortlich. Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV-Typen 16, 18) daher für alle Mädchen und jungen Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren.  Frauen mit Kinderwunsch sollten zudem ihren Impfstatus vor der Schwangerschaft von ihrem Hausarzt oder Frauenarzt prüfen und fehlende Impfungen nachholen lassen. Denn dies ist nicht nur wichtig für den eigenen Schutz, sondern auch für das ungeborene Kind.

Was kann ich tun, wenn ich als Baby nicht geimpft wurde oder meinen Impfausweis nicht mehr

Fehlende Impfungen sollten schnellstmöglich nachgeholt werden. Eine nicht dokumentierte Impfung gilt als nicht durchgeführt. Eventuell vorausgegangene Impfungen stellen bei einer nochmaligen Impfung kein Risiko dar.

Warum sollten sich Jugendliche gegen Röteln impfen lassen?

Wer als Kind nicht zweimal dagegen geimpft wurde, sollte die Impfung unbedingt nachholen. Denn bei einer Infektion während der Schwangerschaft kann das Röteln-Virus Missbildungen des Kindes verursachen oder Früh- und Fehlgeburten auslösen. Auch Jungen sollten sich impfen lassen, damit sie keine Schwangeren anstecken. Die STIKO empfiehlt auch für Jugendliche Kombinationsimpfstoffe, z. B. gegen Röteln, Masern und Mumps.

Ist es für Jugendliche sinnvoll, sich gegen Keuchhusten impfen zu lassen?

Keuchhusten kann bei einer länger zurückliegenden Impfung und auch nach durchgemachter Erkrankung bei Jugendlichen und Erwachsenen erneut auftreten. Betroffene leiden durchschnittlich etwa sieben Wochen an heftigen Hustenattacken, die mit Komplikationen wie Lungen- und Mittelohrentzündung einhergehen können. Zudem können Erkrankte oder Infizierte andere Menschen anstecken. Das ist besonders für Säuglinge gefährlich.

Warum ist eine Hepatitis B-Impfung für Jugendliche wichtig?

Jugendliche sind besonders gefährdet: Jeder vierte Neuinfizierte ist zwischen 15 und 25 Jahre alt. Die Krankheit wird vor allem durch sexuellen Kontakt übertragen. Aber auch alle anderen Körperflüssigkeiten sind infektiös. Das Virus kann mehrere Tage außerhalb des Körpers überleben und so auch beim gemeinsamen Gebrauch von Zahnbürsten oder Rasierklingen übertragen werden. Neben akuten Symptomen wie Fieber, Gelbfärbung der Haut oder Müdigkeit sind bei dieser Krankheit auch Spätfolgen möglich, z. B. eine chronische Infektion, die zu Leberschrumpfung und Leberkrebs führen kann. Die Impfung gegen Hepatitis B beugt der Erkrankung wirksam vor.

Muss ich noch zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung gehen, wenn ich gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft bin?

Besonders wichtig ist es, auch nach der Impfung weiterhin zur Krebsfrüherkennung zu gehen, um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen, die durch humane Papillomvirustypen verursacht werden, die nicht durch den Impfstoff abgedeckt sind. Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich langsam und über Vorstufen. Diese können durch regelmäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchungen frühzeitig erkannt und dann behandelt werden – bevor sich Krebs entwickelt. Nur durch regelmäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchungen können Krebsvorstufen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Impfung und die Krebsfrüherkennung ergänzen sich und gewährleisten so die bestmögliche Vorsorge vor Gebärmutterhalskrebs.

Wie können Sie sich vor Gebärmutterhalskrebs schützen?

Mit der Krebsfrüherkennungsuntersuchung können frühe Veränderungen festgestellt werden. Seit 2006 gibt es außerdem eine Impfung, die vor Gebärmutterhalskrebs schützen kann. Am besten ist es, geimpft zu sein, bevor man mit dem Virus in Kontakt kommt. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch- Institut in Berlin empfiehlt die Impfung für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren.

Welche Ursachen für Gebärmutterhalskrebs gibt es?

An Gebärmutterhalskrebs kann jede Frau erkranken. Anders als bei anderen Krebserkrankungen ist die Ursache für so gut wie alle Fälle bekannt: ein Virus, das so genannte humane Papillomvirus (HPV). Es gibt mehr als 100 bekannte verschiedene Virustypen, für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sind vor allem die HPV-Typen 16 und 18 bedeutend: Sie sind für zirka 75 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs in Europa verantwortlich.

Ist Gebärmutterhalskrebs eine weit verbreitete Krankheit?

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 6.200 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs, rund 1.600 sterben hierzulande jährlich an den Folgen dieser Krebserkrankung.

 

Erwachsene

Kann ich HPV nach einer ausgeheilten Infektion wieder bekommen?

Ja, auch nach einer überstandenen HPV-Infektion kann man sich wieder mit den gleichen humanen Papillomvirustypen infizieren.

Ist die HPV-Impfung sinnvoll, wenn ich bereits infiziert bin oder es einmal war?

Ja, denn selbst nach einer ausgeheilten, überstandenen Infektion ist eine Impfung sinnvoll. Sie kann Schutz vor einer erneuten Ansteckung (mit den gleichen HPV-Typen) bieten.

Ist die HPV-Impfung nach dem ersten Geschlechtsverkehr noch sinnvoll?

Optimal ist die Impfung vor den ersten sexuellen Kontakten. Sie macht auch bei jungen Frauen Sinn, die schon Geschlechtsverkehr hatten. Frauen, die mit einem der HPV-Typen infiziert sind, haben immer noch Schutz vor den restlichen HPV-Typen, gegen die die Impfung gerichtet ist.

Diphtherie, Kinderlähmung und Tetanus kommen doch bei uns kaum bzw. gar nicht mehr vor – warum soll ich diese Impfungen auffrischen?

Auch wenn Diphtherie und Kinderlähmung hierzulande mittlerweile beinahe oder vollständig ausgerottet sind, können sie jederzeit wieder durch Reisende und Migranten eingeschleppt werden. Deshalb ist es wichtig, die Impfraten auch bei uns flächendeckend hoch zu halten. An Wundstarrkrampf (Tetanus) zu erkranken, ist hingegen überall möglich: Die Bakterien umgeben uns in Erde und Staub. Geringfügige Verletzungen, beispielsweise bei Sport oder Gartenarbeit, können bei fehlendem oder unzureichendem Impfschutz zur Erkrankung führen.

Ist die Impfung gegen Keuchhusten auch für Erwachsene sinnvoll?

Ja. Jährlich erkranken etwa 110.000 Erwachsene in Deutschland an Keuchhusten. Die Krankheit verschiebt sich zunehmend vom Säuglings- ins Erwachsenenalter: Vier von fünf Erkrankten sind über 15 Jahre alt. Allerdings verläuft Keuchhusten bei Erwachsenen oft untypisch und wird deshalb vom Arzt nicht oder erst spät erkannt. Die Konsequenz: Betroffene leiden über viele Wochen an der hartnäckigen Erkrankung. Durch die Impfung kann man sich und andere schützen, z. B. Säuglinge, bei denen die Erkrankung lebensgefährlich verlaufen kann. Die Impfung gegen Keuchhusten ist empfohlen für Frauen im gebärfähigen Alter sowie für enge Kontaktpersonen eines Säuglings (Familienmitglieder, Babysitter, Tagesmütter usw.), wenn die letzte Impfung gegen Keuchhusten länger als 10 Jahre zurückliegt.  Zudem sollen alle Erwachsenen die nächste fällige Tetanusimpfung als Kombinationsimpfung auch gegen Keuchhusten erhalten, also als 3-fach-Impfung gegen Tetanus, Diphterie UND Keuchhusten, bei entsprechender Indikation auch als 4-fach-Impfung inklusive einem Impfschutz gegen Polio.

Was sind Pneumokokken?

Bei Pneumokokken handelt es sich um weltweit verbreitete Bakterien. In der Altersgruppe der über 60- Jährigen verursachen Pneumokokken häufiger Erkrankungen oder sogar Todesfälle als alle anderen bakteriellen Erreger. Zudem kommen sie sehr häufig vor. Jeder Zweite trägt die Erreger im Nasen- Rachen-Raum, wo sie normalerweise vom Immunsystem in Schach gehalten werden. Ist dieses geschwächt, können Pneumokokken zu schweren Erkrankungen, wie z. B. Lungenentzündung, führen.

Wie kann ich mich gegen Pneumokokken-bedingte Lungenentzündung schützen?

Eine wirksame Präventionsmaßnahme ist die Pneumokokken-Impfung. Sie kann eine Erkrankung verhindern oder die Schwere des Verlaufs abschwächen und so fast zwei Drittel der mit Pneumokokken verbundenen Todesfälle verhindern.

Was ist eine Grippe?

Die Grippe ist eine akute Erkrankung der Atemwege, die durch Influenza-Viren verursacht wird. Die Virusgrippe löst, im Gegensatz zur normalen Erkältung, ganz plötzlich hohes Fieber über 39°C und Schüttelfrost aus. Eine Infektion mit Influenza-Viren führt häufig zu einem schweren Krankheitsbild, von dem besonders ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen betroffen sind. Diese Gruppen sollten sich impfen lassen. Zusätzlich ist eine Impfung für medizinisches Personal sowie für Personen empfohlen, die in Einrichtungen mit starkem Publikumsverkehr arbeiten (z. B. Busfahrer oder Erzieherinnen).

Grippe durch Grippe-Impfung?

Nein! Der Impfstoff enthält inaktivierte Virusteile, die keine Grippe auslösen können. Sollten nach der Impfung leichte Beschwerden am Impfort oder leichte allgemeine Beschwerden auftreten, ist dies meist eine normale und harmlose Reaktion des Organismus.

Warum sind gerade für ältere Menschen Grippe und Pneumokokken-Erkrankungen gefährlich?

Mit dem Alter lässt die Leistung des Immunsystems nach. Der Körper kann sich gegen Krankheitserreger nicht mehr so gut wehren: Infektionen verlaufen oft schwerer als bei jungen Menschen. Impfstoffe unterstützen das Immunsystem.

Gegen die meisten Krankheiten gibt es doch wirksame Medikamente, warum soll ich mich dennoch impfen lassen?

Zur Heilung vieler Infektionskrankheiten stehen keine geeigneten Medikamente zur Verfügung. Viruserkrankungen wie Hepatitis B oder Masern lassen sich nicht mit Antibiotika behandeln, und viele der Bakterien wie z. B. Pneumokokken zeigten sich zunehmend unempfindlich gegen Antibiotika. Gegen Tetanus gibt es nach wie vor kein wirksames Mittel: In Deutschland stirbt jeder Vierte Erkrankte daran. Mit einer Impfung beugt man einer Erkrankung mit allen ihren Folgen vor.

Sollen sich auch Erwachsene gegen Kinderkrankheiten impfen lassen?

Ja. Auch Erwachsene können so genannte Kinderkrankheiten bekommen, die teilweise schwerer verlaufen als bei Kindern.

 

So verlagert sich zum Beispiel der Keuchhusten zunehmend ins
Erwachsenenalter. Gerade bei älteren Menschen ist er mit einer erheblichen Krankheitslast verbunden und kann auch mit gravierenden Komplikationen einhergehen. Mehrfache Keuchhustenerkrankungen sind möglich, da der Immunschutz nach Keuchhusten-Erkrankung oder -Impfung innerhalb von 10 Jahren nachlässt.

 

Frauen mit Kinderwunsch sollten vor der Schwangerschaft ihren Impfpass kontrollieren und fehlende Impfungen gegebenenfalls nachholen lassen, da einige Infektionskrankheiten, insbesondere Röteln und Windpocken, während der Schwangerschaft schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind haben können.

 

Empfohlen wird außerdem die Masern-Impfung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit als einmalige Impfung, vorzugsweise mit einem Masern-, Mumps-, Röteln-Impfstoff.

Gibt es spezielle Impfungen für Mädchen und Frauen?

Seit 2006 besteht die Möglichkeit gegen sogenannte humane Papillomviren (kurz: HPV) zu impfen, denn diese Viren können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Von den mehr als 100 verschiedenen Virustypen sind vor allem die HPV-Typen 16 und 18 wichtig: Sie sind für etwa 75 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs in Europa verantwortlich. Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV-Typen 16, 18) daher für alle Mädchen und jungen Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren.  Frauen mit Kinderwunsch sollten zudem ihren Impfstatus vor der Schwangerschaft von ihrem Hausarzt oder Frauenarzt prüfen und fehlende Impfungen nachholen lassen. Denn dies ist nicht nur wichtig für den eigenen Schutz, sondern auch für das ungeborene Kind.

Reisende

Welche Reiseimpfungen sollte jeder Urlauber unbedingt haben?

Jede Reise sollte Anlass dafür sein, den Impfschutz generell zu überprüfen und gegebenenfalls zu vervollständigen. Der Basisschutz, d. h. der Impfschutz gegen Tetanus und Diphtherie, der für zu Hause empfohlen wird, gilt erst recht auf Reisen. Je nach Urlaubsziel und -art sowie Dauer des Aufenthalts werden verschiedene Reiseimpfungen empfohlen. Welche dies sind, sollte rechtzeitig vor Reiseantritt mit einem Arzt besprochen werden.

Ab wann sollte man sich vor einer Auslandsreise um die notwendigen Impfungen kümmern?

Spätestens sechs bis acht Wochen vor Reiseantritt sollte man sich von einem Arzt beraten lassen und mit ihm die notwendigen Impfungen besprechen. Auch Kurzentschlossene können geimpft in den Süden fliegen: Auffrischimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Keuchhusten (Pertussis) müssen spätestens 7 Tage vor Abflug verabreicht werden, die Impfung gegen Gelbfieber 10 Tage, die gegen Hepatitis A und Typhus 14 Tage vorher.

An wen kann ich mich wenden, um alles über notwendige Impfungen für mein Reiseland zu erfahren?

Vor jeder Reise in südliche, subtropische und tropische Länder sollte man sich ausführlich von einem erfahrenen Arzt beraten lassen. Unter www.crm.de bekommt man ausführliche Informationen zu Reiseländern, Impfungen oder Malariaprophylaxe und kann sich Adressen von Reisemedizinern und Apotheken in seiner Nähe heraussuchen.

Können auch Kinder gegen Reiseerkrankungen geimpft werden?

Ja. Gerade bei Kindern gilt: Reiseimpfungen nicht vergessen und von einem Arzt beraten lassen. Je nach Urlaubsland sind Impfungen gegen Hepatitis A, Typhus, Gelbfieber und Meningokokken wichtig. Die Gelbfieberimpfung sollte bei Säuglingen allerdings erst nach dem 7. Lebensmonat erfolgen. Grundsätzlich sollten Eltern sich gut überlegen, ob sie ihre Säuglinge den Risiken der Tropen aussetzen wollen.

Wo kann ich mich impfen lassen?

Die meisten Impfungen können vom Hausarzt vorgenommen werden. Eine Ausnahme ist die Gelbfieberimpfung, die nur von ausgewiesenen Gelbfieberimpfstellen durchgeführt werden darf. Auch in Gesundheitsämtern wird geimpft.

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