Neue Impfempfehlung für die Kleinsten

Foto: DGK

(dgk) Rotaviren sind die häufigsten Erreger von Brech- durchfall bei Kleinkindern. Bis zu 20 Attacken pro Tag werden bei erkrankten Kindern beobachtet. Jedes Jahr treten in Deutschland schätzungsweise 400.000 bis 500.000 Erkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren auf, meist in den ersten beiden Lebensjahren und verlaufen gerade dann besonders heftig. Seit Juli 2013 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) nun die Schluckimpfung gegen Rotaviren für alle Säuglinge als Standardimpfung.

Rotavirus-Erkrankungen sind der Schrecken vieler junger Eltern, weil sie oft den Brech- und Durchfallattacken der Kinder nicht mehr Herr werden. Heftige Bauchschmerzen und Fieber machen den Kleinen zusätzlich zu schaffen. Droht durch den hohen Verlust an Wasser und Mineralstoffen ein Austrocknen und ein "Entgleisen" von Körperfunktionen - was gerade bei Babys sehr rasch eintreten kann - bleibt in vielen Fällen nur noch der Weg in die Kinderklinik. 20.000 Kinder werden in Deutschland jedes Jahr aufgrund von Rotavirus-Erkrankungen ins Krankenhaus eingewiesen, ca. 50 müssen intensivmedizinisch betreut werden.

Ganz aktuell seit Juli 2013 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) nun für alle Säuglinge in Deutschland die Schluckimpfung gegen Rotaviren als Standardimpfung. Die Schluckimpfstoffe zum Schutz der Kleinsten werden - je nach Impfstoff - 2- oder 3-Mal verabreicht, der Mindestabstand zwischen den einzelnen Impfungen beträgt 4 Wochen. Die Impfserie wird sehr früh begonnen, nämlich mit 6 bis 12 Lebenswochen, und muss bis zur vollendeten 24. bzw. 32. Lebenswoche (abhängig vom verwendeten Impfstoff) abgeschlossen sein. Die STIKO empfiehlt dringend, die Impfserie frühzeitig zu beginnen und abzuschließen. Die Impfung kann gleichzeitig mit den anderen Standardimpfungen im Säuglingsalter gegeben werden.

Primäres Ziel der neuen Impfempfehlung ist es, so die Ständige Impfkommission, schwere Rotavirus-Infektionen insbesondere bei Säuglingen und Kindern zu verhindern, die zu einer Behandlung im Krankenhaus führen. Aufgrund von Erfahrungen mit der Impfung in anderen Ländern (Österreich, Australien, Belgien, USA) ist davon auszugehen, dass auch nicht geimpfte Personen von der Empfehlung profitieren werden, denn man beobachtet dort bereits einen Herdenschutz. Da Hygienemaßnahmen Rotavirus-Infektionen nicht effektiv verhindern können, stellt die Rotavirus-Impfung die geeignetste Maßnahme zur Vorbeugung einer Rotavirus- Gastroenteritis dar, heißt es bei der STIKO. Die gute Effektivität der Impfstoffe gegen Rotaviren zur Verhütung von schweren Erkrankungen und durch Rotaviren bedingten Kliniksaufenthalten wurde in mehreren klinischen Studien belegt.

Viele Krankenkassen haben bereits vor der offiziellen Empfehlung die Kosten der Impfung getragen. Sobald der Gemeinsame Bundesausschuss der Empfehlung zugestimmt hat, ist die Impfung Kassenleistung. Bis dahin empfiehlt es sich, im Zweifelsfall bei der Krankenkasse nachzufragen.

Quelle: Mitteilungen der STIKO, Bundesgesundheitsblatt 2013, 56:955-956, Springer-Verlag